MdB Anna Lührmann zu Gast bei hessian.AI und RAI
Bundestagsmitglied informiert sich über vertrauenswürdige KI und Energieeffizienz in Rechenzentren
Die hessische Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung, Dr.‘in Anna Lührmann hat hessian.AI und den Exzellenzcluster Reasonable AI (RAI) in Darmstadt besucht. Professorin Tanja Brühl, Präsidentin der TU Darmstadt, Professor Marcus Rohrbach, Co-Sprecher von RAI, und hessian.AI-CEO Dr. Wolfgang Heenes empfingen sie zu einem Programm, das von KI- Grundlagenforschung und dem steigenden Energiebedarf von Rechenzentren hin zu Fragen der digitalen Souveränität Europas reichte. Begleitet wurde Anna Lührmann von Nina Eisenhardt, Abgeordnete des Hessischen Landtages.
Im Mittelpunkt des Besuchs am 18. August 2026 stand ein Überblick über das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) und über die Ziele des neuen Exzellenzclusters Reasonable AI (RAI) an der TU Darmstadt. Informatik-Professor Markus Rohrbach stellte als Co-Sprecher von RAI vor, wie KI durch interdisziplinäre Grundlagenforschung zuverlässiger und nachvollziehbarer werden kann. Zur Zuverlässigkeit gehöre auch, dass KI-Systeme lernen müssten, Unsicherheit transparent zu machen, um Risiken für Menschen zu vermeiden. Wie sich dieser Anspruch konkret umsetzen lässt, zeigte Markus Rohrbach beispielhaft anhand der Forschungsarbeiten DEFAME (ICML 2025) und VeriTaS (ACL 2026) zur automatisierten Überprüfung von Text-Bild-Kombinationen auf Falschaussagen (Fact-Checking).





Energieeffizientere Rechenzentren
Eine weitere Perspektive auf verantwortungsvolle KI brachte Dr. Lars Petruschke, Chief Operating Officer des Startups etalytics, ein. Aus anwendungsnaher Forschung am Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt sei ein erfolgreiches Unternehmen mit rund 90 Mitarbeitenden hervorgegangen. Im Bereich der Rechenzentren verschiebe sich der Fokus zunehmend auf eine intelligentere Nutzung vorhandener Energie statt auf zusätzliche Anschlussleistung, berichtet Lars Petruschke aus der Praxis. Er stellte den Besucherinnen einen „Dirigenten“ für komplexe Energiesysteme vor, der mit digitalen Zwillingen, realen Messdaten und mathematischer Optimierung arbeitet. etalytics wurde 2023 durch den Inkubator „IGNITION“ von AI Startup Rising, ein Förderprojekt von hessian.AI, unterstützt.
Europäische Werte im Mittelpunkt
Die anschließende Diskussion weitete sich auf die Frage nach der digitalen Souveränität Europas aus. Tanja Brühl betonte den Wert von verantwortungsbewusster Wissenschaft, die in der Entwicklung einer neuen Generation der künstlichen Intelligenz die Werte Europas in den Mittelpunkt stellt. Angesichts der aktuellen Dominanz der USA und von China im Bereich KI zeigte sich Markus Rohrbach zuversichtlich: KI sei eine Technologie, die langfristige Entwicklungen in Gesellschaft und Wirtschaft prägen werde. Das Engagement Europas und Investments in KI-Forschung und Technologien lohne sich in jedem Fall. Der Ausgang des Technologiewettlaufs liege jedoch nicht nur an Entscheidungen von Unternehmen, sondern auch an denen der Gesellschaft.
Breite Kompetenz im Umgang mit KI notwendig
Dass technische Lösungen allein nicht ausreichen, machte auch Jannis Blüml deutlich. Der Doktorand ist über ein Programm des Exzellenzclusters RAI von Juli bis September 2026 als Hospitant bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bevölkerung, Schulen, Politik und Verwaltung bräuchten die Kompetenzen, um Quellen einzuordnen und sich nicht blind auf KI-Antworten zu verlassen, so Jannis Blüml.
Zum Abschluss des Besuchs konnten die Teilnehmer:innen einen Blick in das Robotiklabor von Professorin Georgia Chalvatzaki werfen, in dem Roboter erforscht werden, die aus der Interaktion mit Menschen und ihrer Umgebung lernen.