Startup Profil
AthenaRun

Stellt euch kurz vor

Erkläre in 3 Sätzen, was AthenaRun ist. Seit wann gibt es AthenaRun?

AthenaRun ist eine Plattform, die den kompletten Software-Lebenszyklus mit KI-Agenten abdeckt von der Anforderung bis zur laufenden, betriebenen Anwendung. Fachbereiche beschreiben, was ein System können muss; die Plattform prüft, recherchiert, baut und betreibt es, mit menschlicher Freigabe an jeder kritischen Stelle. Ihr Gedächtnis ist der Vault: Er speichert bewährte Muster und bekannte Fehler, damit jedes neue Projekt vom vorherigen lernt.

Wie ist die Idee entstanden und welche Herausforderungen mussten Sie bewältigen?

Die Idee kommt aus einem Satz, den wir in Unternehmen immer wieder gehört haben: „Der Prozess hat kein Gedächtnis.“ Anforderungen gehen mit ausgeschiedenen Kollegen verloren, Freigaben liegen in Sammelpostfächern, Prüfer können Entscheidungsketten nicht nachvollziehen und die IT kommt mit dem Bauen nicht hinterher. Die größte Herausforderung war nicht, Code zu generieren, sondern ihn verlässlich zu machen: Jede Anwendung muss geprüft, nachvollziehbar und betreibbar sein, sonst ist sie im Mittelstand und in regulierten Branchen nicht einsetzbar.

Wie funktioniert AthenaRun und inwiefern unterstützt KI dieses Projekt?

In zwei Hälften. Erste Hälfte: Aus einer Idee oder Anforderung entsteht ein geprüftes Paket mit drei Dokumenten – was die Plattform abdeckt, eine Recherche mit Quellen, ein Compliance-Bericht. Das passiert, bevor Entwicklungsbudget fließt. Zweite Hälfte: Aus dem Paket wird laufende Software, inklusive Code-Review, Sicherheitsprüfung je Release, Betrieb, Ticket-Bearbeitung und Dokumentation. KI-Agenten übernehmen in beiden Hälften die Arbeit; Menschen geben frei.

Was passiert, wenn euer Produkt eine Aufgabe selbständig nicht lösen kann?

Dann stoppt es und rät nicht weiter. Die Pipeline ist bewusst so gebaut, dass an definierten Punkten ein Mensch entscheidet: Ein Agent, der nicht weiterkommt, legt den Stand mit seiner Begründung als Ticket vor, ein Entwickler oder der Fachbereich entscheidet. Nichts geht ohne Freigabe in den Betrieb. Wir halten das für den wichtigsten Unterschied zu „Prompt rein, App raus“.

Wie funktioniert die autonome Generierung von Anwendungen technisch im Hintergrund?

Die Plattform arbeitet nicht in einem Schritt, sondern in vielen kleinen: Jeder Baustein wird automatisch geprüft, bevor der nächste entsteht, und der Vault liefert dabei Muster, die sich in früheren Projekten bewährt haben. Wie genau die Prüfungen ineinandergreifen, ist unser Kern den zeigen wir lieber live als im Text. Der Betrieb läuft in Deutschland, wo nötig mit lokalen Modellen und ohne Training auf Kundendaten.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wo könnte das Projekt in fünf Jahren stehen?

Software wird nicht mehr gebaut, sondern bestellt. Ein Fachbereich beschreibt, was ein System können muss am Abend läuft es, geprüft, dokumentiert, betrieben. Die IT-Abteilung schreibt keinen Code mehr, sie setzt Leitplanken und gibt frei. Für den Mittelstand heißt das: Er hat dieselbe Softwarekraft wie ein Konzern mit tausend Entwicklern, nur ohne die tausend Entwickler. Legacy-Systeme, die heute niemand anfassen will, werden Stück für Stück neben dem Kern neu gebaut vom System selbst. Und AthenaRun ist der Ort, an dem dieses Wissen liegt: Der Vault kennt dann nicht hunderte, sondern Millionen bewährter Muster, aus jedem Projekt, das je darauf gelaufen ist. Unser Anspruch: die Plattform, auf der der europäische Mittelstand seine Software betreibt – in Europa, unter eigener Kontrolle.

Was ist euer größter Diskussionspunkt innerhalb des Teams?

Wie viel Autonomie wir den Agenten geben. Der technische Reflex sagt: mehr. Der Kundenblick sagt: jede Freigabe, die wir wegnehmen, kostet Vertrauen. Wir streiten darüber bei fast jeder neuen Funktion und landen meistens bei „human-gated“.

Wie begegnet ihr euren größten Kritiker*innen?

Ernst nehmen und vorführen. Die härteste Kritik KI-generierter Code sei fehleranfällig und nicht wartbar sprechen wir selbst an, bevor jemand sie stellt, und antworten mit der Prüfkette und der menschlichen Freigabe. Und wir zeigen keine Folien, sondern die Plattform live: 30 Minuten, echte Anforderung, laufendes Ergebnis.

Als junges KI-Unternehmen aus Frankfurt hat uns hessian.AI vor allem eines gegeben: Zugang. Zu Forschung, die sonst hinter Universitätstüren bleibt. Zu anderen Gründern, die an denselben Fragen arbeiten. Und zu Coaches, deren Input uns an entscheidenden Stellen ehrlich weitergebracht hat. Wir bauen bei AthenaRun autonome Multi-Agenten-Systeme für den Mittelstand und Finanzdienstleister – ein Feld, in dem die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis alles entscheidet. Wer in Hessen KI baut, sollte dieses Netzwerk nutzen.

Patrick Knapp, Gründer, IGNITION 2026 #1